Gute Kita-Verpflegung: die „Sonnenblume“

Die Kita-Verpflegung, ebenso wie die Gemeinschaftsverpflegung in anderen Einrichtungen ist oft ein Streitthema für Eltern, Kinder, Belegschaft und letztendlich Stadtpolitik, wie in den Beiträgen zur Situation der Verpflegung in Luckau auch öffentlich diskutiert wird.

„Zu kalt, manchmal nicht kindgerecht, bei Extra-Bestellungen das Dessert vergessen… “

Erzieherinnen aus der Kita „Spatzennest“ in Uckrow

Daher möchten wir hier ein Leuchtturm-Projekt aus Calau vorstellen, um zu zeigen wie mit Hilfe von Partizipation, Anpassung der Rahmenbedingungen und fortlaufender Weiterentwicklung Kita-Verpflegung zur Zufriedenheit aller aussehen kann. Vorgestellt wird die Kita von unserer stellvertretenden Vorsitzenden und Mutter Melanie Gierach.

Meine Kinder gingen ebenso wie die 40 Kinder der Naturkita Sonnenblume aus Werchow in eine kleine, in das Dorfleben integrierte Kindertagesstätte. Der Träger ist die Stadt Calau. Aus der für die Kita-Verpflegung eigens vorhandenen Küche können sich die Kinder der Gänseblümchengruppe, der Löwenzahngruppe und der Sonnenblumengruppe an jedem Kitatag auf ein frisches Essen freuen und ein familiäre Betreuung. Gemeinsam können die Kinder bei Ausflügen die schöne Umgebung Werchows, gelegen an der Calauer Schweiz, erkunden.

Den Kern der Gemeinschaftsverpflegung in der Naturkita „Sonnenblume“ bildet die 2013/2014 zusammen mit weiteren Teilen der Kita komplett sanierte Küche. Die Köchin der Naturkita kauft frische Zutaten für die Frühstücks-, Mittags- und Vesperverpflegung ein. Genutzt werden aber auch die von den Dorfbewohnern zur Verfügung gestellten Erzeugnisse aus den Gärten, z.B. mal ein Sack voller Birnen oder Kartoffeln. Zum Würzen werden oft die Kräuter der auf dem Kitagelände vorhandenen Beete genutzt.

Mitsprache in der Kita-Verpflegung

Die Kinder haben entscheidenden Einfluss auf das, was sonst noch auf den Beeten angebaut und auf den Tisch kommt. Sie können ihre gärtnerischen Fähigkeiten an verschiedenen Gemüsearten ausprobieren. Neben der Kräuterspirale sind 3 überschaubare, in ihrer Höhe auf die Kindergröße abgestimmte Beete vorhanden. Den Rand bilden flache, übereinandergelegte Steine nach Art einer Trockenmauer. Kleine Lebewesen finden hier Zuflucht. Auch Kompost wird hergestellt und verwendet. Die Beete sind klein gehalten. So bleiben der Spaß und die Freude an der Pflege der Pflanzen erhalten. Die Kinder haben die Ergebnisse ihrer Arbeit beim Spielen immer im Blick, denn die Spielfläche schließt sich nahtlos an die Beete an.

In der Kräuterspirale sind viele Pflanzen mit freundlichen Katzengesichtern beschriftet. Es gibt Schnittlauch, Oregano, Pfefferminze, Liebstöckel, Zitronenmelisse, Salbei, Lavendel, Estragon, Thymian und Winterheckzwiebeln. Vereinzelt zeigen sich Frühblüher auf den Beeten der Kinder: Tulpen, Hyazinthen und auch schon eine Lupine. Ab April wird die Namensgeberin der Kita, die Sonnenblume, in den Gruppenräumen der Kinder in Töpfen vorgezogen und dann ab Mitte Mai ausgepflanzt. Vom nahestehenden Walnußbaum werden die Nüsse für Weihnachtsbasteleien verwendet. Auf dem Kitagelände befinden sich noch jung ein Pflaumenbaum und ein Apfelbaum. Das Johannisbeerbäumchen bekam die Kita geschenkt. Eine ganze Aroniahecke pflanzte der Bauhof der Stadt Calau an. Bei der Pflege hilft der Hausmeister.

Kinder und Eltern helfen tatkräftig bei Kita-Verpflegung mit

Eisenbahn, Holpferd und viele andere Sitzmöglichkeiten gibt es für die Kita-Kinder, um draußen zu spielen und hier auch zu essen.

In der Gemeinschaftsverpflegung werden die verarbeiteten Aroniabeeren z.B. in Quarkspeise eingerührt. Die von den Kindern im Frühling eingesammelten Löwenzahnblüten verarbeitet die Köchin zu Löwenzahnhonig. Die Kinder können sich dann zum Vesper auf Haferflockenmüsli mit selbstgemachtem Honig freuen. Wenn das Wetter es zulässt, können die Kinder draußen auf dem Kitagelände essen und ihren Mittagsschlaf halten.


Die Naturkita wird durch Eltern und ihren Förderverein tatkräftig unterstützt. So erhielt die Einrichtung z.B. ein Holzpferd, eine Eisenbahn und eine Bank. So fühlen sich die Kinder rundum wohl.

Verbesserungen dank gemeinsamen Engagement

Auch die Namensvetterin Kita „Sonnenblume“ in Luckau konnte Verbesserungen in der Kita-Verpflegung bewirken. Die Verwaltung hatte das Gespräch mit dem Anbieter gesucht und konkrete Kritikpunkte von der Essensqualität bis hin zur Logistik bei der Belieferung vorgelegt. Für eine Verbesserung und ggf. neue Ausschreibung wurden klare Zielvorgaben bestimmt und auch in der RUNDSCHAU veröffentlicht. Zudem wurde ein Beobachtungszeitraum mit täglichen Bewertungen für die Umsetzung vereinbart. Die Maßnahmen zeigten Wirkung, wie die nachfolgenden stichprobenhaften Interviews der RUNDSCHAU in Kitas zeigten.

Wer sich mehr Informationen zu möglichen Maßnahmen zur Verbesserung der Kita-Verpflegung wünscht, kann gerne in unserer AG Gemeinschaftsverpflegung anfragen. Wir bieten zahlreiche Informationen und vernetzen Sie ggf. mit Expert*innen zu diesem Thema.

Ich danke der Leiterin der Kita „Sonnenblume“ in Werchow, Frau Dorn-Lehmann, für das freundliche Gespräch.

Melanie Gierach

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